Astern gehören zu den beliebtesten Herbstblühern und bringen Farbe in den Garten, wenn andere Stauden bereits verblüht sind. Im Gartenfachhandel gibt es jedoch unzählige Arten und Sorten. Viele davon sind mehrjährige Stauden, die selbst harte Winter überstehen und jahrelang Freude bereiten, andere wiederum sind nur einjährig. Dieser Beitrag zeigt dir, welche robusten Arten du bedenkenlos im Garten kultivieren kannst und wie du sie pflegst.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Astern?
Astern sind Korbblütler, deren Name sich vom griechischen Wort für Stern ableitet – ein Hinweis auf ihre sternförmigen Blütenkörbchen. Weltweit gibt es über einhundert Wildarten und unzählige Zuchtsorten. Die meisten Arten stammen aus Nordamerika, einige auch aus Europa oder Asien. Ihre Wuchshöhen reichen von niedrigen Polsterstauden bis zu mannshohen Prachtstauden. Die Blütenfarben reichen von Weiß über Rosa und Violett bis zu intensiven Rottönen, und je nach Art blühen sie im Frühjahr, Sommer oder Herbst. Trotz aller Vielfalt haben sie eines gemeinsam: Sie mögen einen sonnigen Standort, einen durchlässigen Boden und danken es mit reicher Blüte.
Sind alle Astern winterhart?
Nein, nicht jede Asternart überdauert den Winter. Die im Handel als „Sommeraster“ angebotenen einjährigen Astern (Callistephus chinensis) sind einjährige Sommerblumen, die nach der Blüte absterben. Viele Wild- und Gartenastern wie Wald‑, Wild‑, Glattblatt‑, Raublatt‑, Kissen‑ und Alpenastern hingegen sind winterhart und treiben im nächsten Jahr erneut aus. Sie überstehen je nach Art Temperaturen von unter –20 °C bis –45 °C. Kübelpflanzen sind jedoch anfälliger, weil die Erde schneller durchfriert. Sie sollten in kalten Wintern mit Vlies oder Luftpolsterfolie geschützt und an einen geschützten Platz gestellt werden.
Diese 5 Astern sind mehrjährig und winterhart
Die folgenden Arten gehören zu den zuverlässigsten winterharten Astern für den Hausgarten. Sie unterscheiden sich in Höhe, Blütezeit und Frosttoleranz, haben aber eines gemeinsam: Sie sind mehrjährig, robust und treue Begleiter über viele Jahre.
1. Herbstaster, Glattblattaster (Aster novi‑belgii)

Die auch als Glattblattaster bekannte Herbstaster zählt zu den populärsten Gartenastern. Sie wächst straff aufrecht, wird je nach Sorte etwa 80 bis 150 cm hoch und bildet buschige Horste mit kurzen Ausläufern. Ihre Blüten sind ungefüllt bis halbgefüllt und erstrahlen in Weiß, Rosa, Hellblau oder Violett. Die Blütezeit reicht von August bis November, sodass sie bis in den Spätherbst Farbe ins Beet bringt.
Dank ihrer nordamerikanischen Herkunft steckt sie strenge Fröste problemlos weg; viele Sorten sind bis –40 °C winterhart. Ein sonniger, frischer bis feuchter Standort mit humusreichem Boden sorgt für üppige Blütenfülle.
2. Raublattaster (Aster novae‑angliae)
Der Name verrät es bereits: Die Blätter dieser Art fühlen sich rau an. Raublattastern sind imposante Stauden, die bis zu 160 cm hoch werden können und dichtbuschig wachsen. Ihre Blütenköpfe in Violett, Purpur, Rosa oder Rot schließen sich abends und bei Regen, öffnen sich aber tagsüber in voller Pracht. Die Blüte erstreckt sich von August bis Oktober.
Raublattastern sind äußerst robust und vertragen Temperaturen bis –45 °C. Sie bevorzugen sonnige Plätze und einen durchlässigen, eher frischen Boden. Wegen ihrer stattlichen Höhe eignen sie sich gut als Hintergrundbepflanzung oder farbiger Sichtschutz.
3. Kissenaster (Aster dumosus)
Diese niedrige Aster bildet dichte Polster und ist ideal für den vorderen Beetbereich. Sie bleibt meist bei 20 bis 40 cm, hat kurze Stängel und verzweigt sich stark. Ihre kleinen, sternförmigen Blüten erscheinen massenhaft in Violett, Blau, Rosa oder Weiß und bilden regelrechte Blütenkissen. Die Blütezeit fällt in den September und Oktober.
Trotz ihrer zierlichen Erscheinung ist die Kissenaster ausgesprochen hart im Nehmen: Sie gilt als sehr frosthart und verträgt bis zu –40 °C. Ein sonniger Standort mit gut durchlässiger, nicht zu nährstoffreicher Erde hält die Polster kompakt.
4. Alpenaster (Aster alpinus)
Die aus den Gebirgsregionen Europas stammende Alpenaster ist eine frühe Staude für Steingärten und Trockenmauern. Sie bleibt mit 15 bis 30 cm recht klein, bildet grasartige Blattrosetten und kurze Ausläufer. Ihre Blüten ähneln kleinen Margeriten und erscheinen bereits im Mai und Juni in Blau‑Violett, Rosa oder Weiß.
Dank ihrer alpinen Herkunft übersteht sie Temperaturen von etwa –25 °C. Sie liebt einen sonnigen, gut drainierten Standort mit sandig‑steinigem Boden und verträgt Trockenheit besser als Staunässe. Nach der Blüte sollte man sie nur leicht zurückschneiden, damit sie sich kräftig entwickelt.
5. Bergaster (Aster amellus)
Die auch Berg-Aster genannte Art bildet lockere Horste und erreicht eine Höhe von 30 bis 60 cm. Die violetten bis blauvioletten Blüten erscheinen etwas früher als bei den meisten Herbstastern, oft schon ab Juli oder August und halten bis in den Herbst hinein. Sie bevorzugt kalkhaltige, eher trockene Böden in voller Sonne und eignet sich daher für Steppen- und Präriebeete.
Ihre Winterhärte liegt bei etwa –20 °C, dennoch hilft eine leichte Laubdecke als Schutz vor strengen Frösten. Durch ihre breite Blütezeit zieht sie zahlreiche Wildbienen und Schmetterlinge an.
Winterharte Astern richtig pflegen
Astern sind pflegeleichte Gartenbewohner, solange einige Grundregeln beachtet werden:
- Standort: Die meisten winterharten Astern mögen volle Sonne. Ein zu schattiger Platz führt zu weniger Blüten und erhöhter Krankheitsanfälligkeit.
- Boden: Er sollte locker, durchlässig und humusreich sein. Kissen‑ und Glattblattastern bevorzugen leicht feuchte Erde, Berg‑ und Alpenastern mögen es trockener und kalkhaltig.
- Gießen: In den Wochen nach der Pflanzung und bei langer Trockenheit solltest du regelmäßig wässern. Staunässe unbedingt vermeiden.
- Düngen: Eine Gabe reifen Komposts im Frühjahr versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen. Vermeide stickstoffreiche Dünger – sie fördern Weichwuchs und begünstigen Mehltau.
- Rückschnitt: Schneide abgestorbene Stängel erst im zeitigen Frühjahr bodennah zurück. Die stehengebliebenen Halme schützen die Pflanzen im Winter und bieten Insekten Unterschlupf.
- Teilen: Damit Polster nicht vergreisen und stark wachsende Astern vital bleiben, solltest du sie alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr ausgraben, teilen und wieder einpflanzen.
- Kübelpflanzen schützen: Die Erde in Töpfen friert schneller durch. Umwickle Gefäße mit Vlies oder Jute und stelle sie an eine geschützte Hauswand.
Sind Astern insektenfreundlich?
Ja! Astern zählen zu den wichtigsten Stauden für den Spätsommer und Herbst, wenn das Nahrungsangebot für Insekten abnimmt. Ihre ungefüllten Blüten liefern Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Besonders Raublatt‑ und Glattblattastern werden von Wildbienen wie Heriades truncorum und Megachile centuncularis besucht. Wähle möglichst ungefüllte Sorten, denn gefüllte Blüten sehen zwar üppig aus, bieten aber kaum Nahrung. Wer seinen Garten insektenfreundlich gestalten möchte, sollte unterschiedliche Arten pflanzen, damit von Frühjahr bis Herbst durchgehend etwas blüht.
Generell sind heimische Pflanzenarten immer zu bevorzugen, wenn man die heimischen Insekten fördern möchte. Viele klassische Garten-Astern stammen allerdings ursprünglich aus Nordamerika. Dennoch werden sie von heimischen Insekten gut angenommen, da ihre Blütenstruktur kompatibel ist. Für maximale ökologische Wirkung lohnt es sich jedoch, auch auf heimische Arten wie die Bergaster (Aster amellus) zu setzen – oder sie zumindest mit anderen heimischen Stauden zu kombinieren.

